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Slingfin Interview

Wir haben uns mit Claus Eyrich von Mountain Peaks unterhalten, Mountain Peaks vetreibt Slingfin in Europa.

 

Wann und von wem, wurde Slingfin gegründet:

 

Slingfin wurde im Jahr 2010 von Martin Zemitis und Tim Baka gegründet, um die möglichst innovativsten und stärksten Produkte zu entwickeln, ohne den Zwang von Marktanteilen und Entwicklungszeiten. Wir wollen die Zelte herstellen, die als letztes im Sturm umfallen.

 

 

Wie ist die Idee zu Slingfin entstanden und welche fachliche Kompetenz steckt dahinter:

 

Martin arbeitet seit 1975 im Outdoorbereich und entwickelt seit beinahe 40 Jahren Zelte. Er entwarf Zelte, Schlafsäcke und Rucksäcke für The North Face, Sierra Designs und war einer der Gründer von Mountain Hardwear. Mountain Hardwear wurde verkauft und Martin beschloss 2009 wieder was Eigenes auf die Beine zu stellen, worauf dann 2010 Slingfin entstand. Die Mitarbeiter von Slingfin besitzen 95% der Anteile an Slingfin, die anderen 5% besitzen die Familien, Freunde und Kleine Investoren, die mögen, was wir tun. Das ist wichtig, denn es ermöglicht Slingfin keine Kompromisse bei Qualität, Material oder der Auswahl der Fabriken zu treffen, bei denen wir produzieren lassen, nur um rentabler zu sein. Bei nicht Inhaber geführten Unternehmen, oder Unternehmen an der Börse werden Marken gezwungen ihre Qualität und Preise zu senken, um mehr Stückzahlen zu verkaufen.

Wir verwenden nach Möglichkeit Nylon 6-6 Stoffe, die beidseitig silikonisiert sind. Für unsere Expeditions-Zelte verwenden wir im Unterschied zu Standard Stoffen, fünfmal so teure Titandioxidgewebe, die in höheren Regionen über mehrere Jahre halten. Martin entwarf und baute das einzige Zelt, das jemals auf dem Gipfel des Mount Everest benutzt wurde. Wir testen Zelte bei einer Windgeschwindigkeit von 185 km/h auf dem Mt. Washington.

Martin schätzt sich glücklich mit einigen der besten Designern der Outdoorbranche, wie Paul Kramer, Mark Erickson, Ingrid Harshbarger, Cheryl Knopp, Bruce Hamilton zusammengearbeitet zu haben und war es leid, das viele Produktmanager ihre Entwickler nur kopieren ließen, anstatt Designprobleme zu lösen. Dann begann Martin den Webtruss zu entwickeln, bei dem es möglich ist erst die Gestänge aufzustellen.

 

 

Was bedeutet der Name Slingfin ?

 

Es ist eine Verbindung zwischen Sling-Schlinge und Fin-Finne, und soll bedeuten, dass man unsere Produkte sowohl für den Bergsport, aber auch für den Wassersport, wie Kanufahren oder Rafting verwenden kann. Wahrscheinlich, da Martin sehr gerne raftet  😊

 

 

Was ist die Zielsetzung von Slingfin ?:

 

Die Zielsetzung unserer Zelte ist die, immer die fürs Gewicht stärksten Produkte herzustellen, auf diese zu jeder Zeit Verlass ist. Darüber hinaus sollen sie leicht zu bedienen sein, und wir verwenden nur die besten und teuersten Materialien.

 

 

Besitzt Slingfin ein Alleinstellungsmerkmal ?:

 

Unser größtes Alleinstellungsmerkmal ist sicherlich den schon oben erwähnten WebTruss:

 

Er kombiniert die besten Eigenschaften eines Clip-Zeltes mit dem eines Tunnelzeltes. Es ist leicht im Wind aufzustellen wie ein Clip-Zelt und besitzt gleichzeitig die starke Struktur eines Tunnelzeltes. Wir verwenden ihn neben unseren Alpin-Zelten auch in unseren Crossbow-Zelten.

 

 

 

Bei unseren LFB, BFD Domes verwenden wir für unsere ET-70 und LS07 Stoffe eine extrem UV-beständige Titandioxidbeschichtung, die die Lebensdauer des Stoffes um ca. 300% bis 400% verlängert.

 

 

 

Slingfin Custom Tent Pole Clips bestehen aus Acetyl-Kunststoff, und sind so gearbeitet, dass sie auch bei extremen Temperaturen, langlebig und flexibel bleiben.

 

 

Nylon 6.6/Polyamid 6.6:

 

Gegenüber herkömmlichem Nylon besitzt eine Nylon 6.6 eine höhere UV. Beständigkeit- ist bei Zelten natürlich besonders wichtig, eine höhere Abriebfestigkeit, höhere Reißfestigkeit, eine höhere Härte, zum Beispiel gegen Stöße, geringere Permeabilität/Durchlässigkeit für Flüssigkeiten-man hat mehr Zeit um Flecken zu verhindern. Schmelzpunkt liegt bei 250 Grad, normales Nylon bei 215.

 

 

Wie geht es bei Slingfin weiter ?:

 

Testen, testen und nochmals testen. Wir arbeiten täglich in unserem großen Labor um alles Mögliche zu zerreißen und zu zerstören. Wenn unsere Maschinen nicht mehr ausreichen, verfügen unsere Nachbarn, eine Fehleranalysefirma über die nötigen Zug-Testmaschinen. Wir testen alle Materialien, auf Festigkeit u.s.w. Das ist wichtig damit die Materialien aufeinander abgestimmt sind. Was nützt es eine Ösenlasche auf einem Gurtband anzubringen, wenn das Gurtband eine Zugfestigkeit von 300kg aufweist und die Naht, oder das Gewebe nur 5 kg standhält? Des weiteren führen wir unglaublich viele UV-Tests durch und testen unsere Zelte am Mt. Washington.

 

 

Wo werden Slingfin Produkte produziert ?:

 

Wir produzieren in Vietnam, Taiwan und den USA. Mit den Fabriken in Vietnam und Taiwan, arbeiten wir schon seit über 30 Jahren zusammen. Es sind Freunde und es sind großartige Partnerschaften.

 

 

Was ist mit Umwelt und sozialen Standards ?:

 

Unsere Produktionspartner sind hochspezialisiert und ihre Mitarbeiter haben einen hohen Stellenwert im Unternehmen. Wir tun unser Möglichstes, um Stoffabfälle so gering wie möglich zu halten und um schädliche Chemikalien aus unseren Produkten fernzuhalten. Wir stellen Produkte mit einer hohen Lebensdauer her. Ein Produkt das doppelt so lange hält, als ein anderes, ist auch umweltfreundlicher. Wir arbeiten mit der Conservation Alliance zusammen, die sich um Erhaltung unserer amerikanischen Wildnis bemüht.

 

 

Einige Highlights in der Geschichte von Slingfin und worauf Slingfin stolz ist:

 

Da Slingfin ein inhabergeführtes Unternehmen ist, haben wir die Zeit zum Entwickeln und Testen ohne dabei Kompromisse bei Material und Verarbeitung zu machen.

 

Der Outdoor Gold Award für das Zelt von Babu Chiri Sherpa, das er für seine Übernachtung auf dem Mount Everest benutzte, das Hardshell mit unserem WebTruss.

 

Wir kümmern uns nicht um Lebensläufe unserer Mitarbeiter, Sie müssen nur für Outdoor brennen und lieben was sie tun und sie können alle nähen, außer mir 😊. Wenn nicht müssen sie es lernen!

 

Danke Claus, für die vielen Infos!

 

 

 

Das Interview wurde mit Claus Eyrich, Mountain Peaks geführt.

 

 

 

 

 

 

 

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