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Vor- und Nachteile von Leichtwanderschuhen

Hier möchte ich euch die Vor- und Nachteile von wirklich leichten Wanderschuhen aufzeigen. Für wen und für welches Gelände sind diese Schuhe geeignet, bzw. eher nicht geeignet....

Vorteile von Trailrunning- bzw. Leichtwanderschuhen

  • wesentlich leichter als klassische Wander- bzw. Bergschuhe
  • meistens nicht wasserdicht, dadurch viel luftiger, schnelltrocknend
  • oft weniger, bzw. "0" Sprengung (*), bedeutet ein natürliches Stehen und Gehen
  • kein langwieriges Einlaufen, weil Materalien viel weicher.
  • Grip oft besser als bei klassischen Wanderschuhen.
  • Dämpfung ist weicher als bei normalen Wanderschuhen, angenehmeres Laufen auf flacheren Abschnitten, oder Asphaltstrecken
  • Weniger Blasen, da der Fuss nicht so überhitzen kann
  • Fuss wird im Bewegungsablauf nicht blockiert

Nachteile von Trailrunning-bzw. Leichtwanderschuhen

  • weniger Stabilität, der Fuss muss mehr "arbeiten"
  • meistens nicht wasserdicht (siehe unten)
  • schneller durchgelaufen (Lebensdauer ca. 700-900km)*
  • bedingt wiederbesohlbar (lohnt sich nur, wenn die Dämpfung und der Rest des Schuh's noch in Ordnung ist)
  • für alpine Touren nur für erfahrene / trainierte Nutzer
  • nicht so robust wie klassische Wanderschuhe
  • funktioniert nur, wenn auch der Rest deiner Ausrüstung wirklich leicht ist.

Fazit

Wie immer gibt es nicht die perfekte Lösung für alles und jeden, aber für alle klassischen Weitwanderungen im Sommer sind Leichtwanderschuhe in der Regel ausreichend. Viele klassischen Fussprobleme lassen sich mit diesen Schuhen umgehen, das Gehen ist deutlich weniger kraftaufwendig und viel natürlicher.

Die Schuhe bzw. die Nutzer kommen an die Grenzen wenn du:

  • nicht trainiert bist,
  • einen zu schweren Rucksack trägst
  • in zu schwierigem Gelände unterwegs bist
  • das Wetter dauerhaft nass und kalt ist

Wasserdicht?!

Ich habe recht lange Berg- und Wanderschuhe aller namhaften Marke verkauft und habe dabei so ziemlich alles erlebt ;-).

Für viele Kunden ist es ein Muss, das der Schuh wasserdicht ist, viele haben da wohl Angst nasse Füsse zu bekommen.

Ein paar Worte dazu:

Beim klassischen (Weit-) Wandern überwiegen ziemlich eindeutig die Nachteile von wasserdichten Schuhen. Der Fuss schwillt mehr an, weil es im Schuh wärmer wird, man schwitzt mehr, der Fuss ist ständig feucht, dadurch sind Blasen quasi vorprogrammiert. Wenn der Schuh nass ist, braucht er recht lange um zu trocknen. Von Frühjahr bis Herbst können Füße auch mal nass werden, bei leichten, luftigen Schuhen trocknen diese sehr schnell und wenn mir immer noch kalt ist, ziehe ich Wechselsocken an.

Bei hochalpinen Touren oder im Spätherbst und Winter haben wasserdichte Schuhe natürlich Vorteile.


*1: Sprengung: Das ist die Differenz zwischen Vorderfuss und Ballen. 0mm Sprengung ist neutral, bei vielen klassischen Laufschuhen können es über 10mm sein die der Ballen im Schuh höher steht als der Vorfuss.

 

*2: Lebensdauer Schuhe: Auch klassische Wanderschuhe sind nach diesem Zeitraum meistens am Ende, man sieht es nur nicht so schnell, aber die Dämpfung ist da auch nicht mehr die frischeste.

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Kommentare: 4
  • #1

    Bastian (Sonntag, 29 August 2021 16:24)

    Hallo, stimmt alles perfekt was du zu den Leichtwanderschuhen geschrieben hast.
    Ich gehe bis zu 60 Km Strecken am Stück, mit ca. 8-10 Kg und benötige keine Pflaster mehr, kein Hirschtalk. Auch nach der Wanderung ist der Fuß sofort erholt, nicht wie bei Wanderstiefeln, da konnte ich am Zielort gar nicht mehr gehen - das ist vorbei! Allerdings gibt es einen sehr großen Nachteil und das sind nicht die nassen Füße bei Regen, sondern der Geruch den die Schuhe erzeugen. Und das schon nach einem langen Wandertag. Bei mehrtätigen Wanderungen steigert sich das noch, wovon auch der Schlafsack am nächsten Morgen betroffen ist. Das hatte ich allerdings nie bei Wanderstiefeln! VG Basti

  • #2

    Chris (Montag, 30 August 2021 11:48)

    Hi Basti,
    danke für dein Feedback. Das Geruchsproblem habe ich in der Form nicht. Vielleicht helfen diese Tipps: Socken mit Merinowollanteil (Darn Tough funktioniert echt gut), und, was ich seit dem PCT immer mache: die Füsse regelmässig (je nach "Verschmutzungsgrad" auch mehrmals am Tag) mit einem kleinen Lappen säubern. Auf jeden Fall vor dem Schlafen gehen, dann bleibt der Schlafsack verschont.
    Viele Grüße,
    Chris

  • #3

    Bastian (Mittwoch, 01 September 2021 14:50)

    Hallo Chris, das mit dem Wollanteil könnte es sein. Hatte bei der Tour Falke TK2 an
    (45% Polypropylen, 32% Schurwolle). Darn Tough haben mehr Merino (52% Nylon 44% Merino Wool ). Falke hat nur Wolle?! Ja das könnte es sein. Werde es bei der nächsten Tour mit Rohner Fibre Light super (42% Wolle (Merino) 41% Polyamid) versuchen. Wenn es nicht hilft kaufe ich die DT bei dir!
    Besten Dank & VG Basti

  • #4

    Bastian (Samstag, 11 September 2021 18:04)

    Bingo, es waren die Falke TK1. Schon mit Rohner Socken ist das nicht mehr vorhanden.
    Wie peinlich von mir, Danke Mann! VG Basti