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Wenn die Sommerausrüstung langsam an ihre Grenzen kommt
Die Blätter färben sich in den schillerndsten Farben, die Tage werden kürzer und noch gibt es Tage, an denen wir im T-Shirt die Sonne genießen können. Der Herbst ist nicht nur wunderschön, sondern hält für uns Ultraleicht WanderInnen auch ein paar Tücken parat. Während das Thermometer tagsüber noch angenehme 15 °C anzeigt, können die Temperaturen nachts bereits unter den Gefrierpunkt fallen.
Höchste Zeit also, unsere leichte Sommerausrüstung fit für den Herbst zu machen! Denn auch beim Ultraleicht Trekking gilt: Ein paar Gramm mehr an der richtigen Stelle können eine Tour deutlich angenehmer machen.
Kalte Nächte – warum die Isomatte wichtiger ist, als Du denkst
Auch wenn es tagsüber noch muckelig warm ist, kann es nachts schon ordentlich kalt werden. Für einen guten Schlaf braucht es deshalb vor allem eines: Eine gut isolierende Isomatte!
Viel tückischer als die kalte Luft ist häufig die Kälte vom Boden. Sie kriecht langsam von unten hinauf und hält uns beharrlich vom Schlafen ab. Viel zu oft wird dabei die Isomatte vernachlässigt. Achtet deshalb auf einen ausreichenden R-Wert, denn dieser gibt an, wie gut die Matte gegen die Kälte vom Boden isoliert.
Ein Klassiker unter den ultraleichten Isomatten ist die Therm-a-Rest NeoAir XLite NXT. Mit ihrem R-Wert von 4,5 bietet sie bereits eine ordentliche Isolation für viele Drei-Jahreszeiten-Touren. Eine etwas günstigere Alternative ist die Big Agnes Rapide, ebenfalls mit einem R-Wert von 4,5. Beide Modelle decken Temperaturen untder dem Gefrierpunkt ab und können je nach Gegend sogar für leichte Wintertouren ausreichen.
Für Touren bei Frost kann zusätzlich eine separate Schaumstoffmatte wie die NEMO Switchback sinnvoll sein. Zum einen verbessert sie die Isolation, zum anderen habt Ihr ein Backup, falls Eure Luftmatte ein Loch bekommt, das Ihr nicht sofort findet. Und als gemütliche Sitzunterlage bei der Brotzeit ist sie auch nicht so übel! 😉
Auch beim Schlafsack müssen wir nicht direkt auf ein schwereres Wintermodell umsteigen. Oft reicht der 3-Jahreszeiten Schlafsack noch aus, wenn wir ihn mit einem passenden Inlet etwas aufpimpen. Bereits ein leichtes Seiden Inlet von Cocoon kann die Wärmeleistung des Schlafsystems verbessern. So lässt sich mit wenig zusätzlichem Gewicht und Packmaß noch einiges aus der vorhandenen Penntüte herausholen!
Wichtig ist allerdings, dass die Kombination auch zu den erwarteten Nachttemperaturen passt. Die zusätzliche Wärmeleistung eines Inlets hängt von verschiedenen Faktoren ab und lässt sich nicht pauschal auf jeden Schlafsack übertragen. Auch das Zelt hilft uns dabei, denn durch unsere Körperwärme kann es im Inneren etwas wärmer sein als draußen. Wie groß dieser Unterschied ausfällt, hängt allerdings stark vom Zelt, der Belüftung und den Wetterbedingungen ab. Hier hilft oft leider nur Erfahrung sammeln und auf kurzen Touren ausprobieren.
Wolle, Wolle, ja das ist beim Schaf das Tolle!
Nicht umsonst wird Wolle seit Jahrhunderten für warme Bekleidung verwendet. Sie isoliert auch noch in feuchtem Zustand und nimmt Gerüche vergleichsweise langsam an. Gerade auf längeren Wanderungen ist das ein echter Vorteil, denn wer möchte schon nach zwei Tagen riechen wie eine Käsefachgeschäft?
Hier gilt allerdings: Weniger ist mehr!
Ihr braucht nicht den dicksten Wollpullover, sondern setzt besser auf das bewährte Zwiebelprinzip. Sprich: Ein dünnes Wollshirt als Basis, darüber ein Fleece oder ein leichter Wollpullover wie das Woolpower Lite Zip Neck. Solange man in Bewegung bleibt, kann diese Kombination bei kühlen Temperaturen bereits gut ausreichen. Wie viel Isolation tatsächlich nötig ist, hängt natürlich von Wind, Wetter und Eurem persönlichen Kälteempfinden ab.
Bei besonders windigen Bedingungen lässt sich das hervorragend mit einer Hardshell oder einer leichten Windjacke kombinieren. Denn Wind stiehlt uns die Wärme! Deshalb solltet Ihr im Herbst immer etwas Winddichtes dabeihaben.
Wenn wir abends in Ruhe kochen wollen und nicht die ganze Zeit im Kreis laufen möchten, um uns warmzuhalten, braucht es zusätzlich eine warme Isolationsjacke.
Wer möglichst leicht unterwegs sein möchte, greift beispielsweise zu einem Daunenmodell wie dem Rab Microlight Alpine Jacket. Seid Ihr eher verfroren, darf es ruhig eine wärmere Jacke sein. Hier zu sehr am Gewicht zu sparen, macht wenig Sinn. Schließlich wollen wir am nächsten Morgen erholt weiterwandern und nicht die ganze Zeit frieren.
Wer lieber Kunstfaser zur Isolation nutzt, dem sei die Enlightened Equipment Torrid Jacke ans Herz gelegt. Eine sauwarme Jacke mit einem für Kunstfaser erstaunlich kleinen Packmaß und Gewicht!
Regenjacke oder Regenschirm – Hauptsache trocken!
Da das Wetter im Herbst häufig wechselhafter wird, spielt auch der Regenschutz eine größere Rolle. Dabei muss es nicht immer sofort die schwere Regenjacke sein.
Eine besonders leichte und kompakte Alternative sind Regenschirme. Klingt erst einmal komisch, aber ein stabiler Regenschirm wie der Gossamer Gear Light Trek lässt die Körperfeuchtigkeit ungehindert entweichen. Da kann selbst die atmungsaktivste Membran nicht mithalten!
Schnell aufgeklappt und wieder verstaut ist er ebenfalls und bei vielen Herbstschauern eine richtig angenehme Lösung.
Bei starkem Wind, ausgesetzten Passagen oder stundenlangem Regen kommt man um eine vernünftige Regenjacke allerdings kaum herum. Mittlerweile gibt es hervorragende leichte Dreilagenmodelle wie die Montbell Storm Cruiser, die guten Wetterschutz bieten, ohne unnötig viel Gewicht.
Nicht nur von oben wird es nass!
Im Herbst entsteht häufig mehr Kondenswasser im Zelt. Die Nächte werden kälter, die Luft ist oft feucht und unsere Atemluft trägt ebenfalls ihren Teil dazu bei.
Trifft die warme, feuchte Luft auf die kalte Zeltwand, kühlt sie ab. Sobald der Taupunkt unterschritten wird, kondensiert der Wasserdampf und bildet kleine Wassertropfen an der Innenseite des Außenzeltes. Das passiert übrigens auch dann, wenn es die ganze Nacht nicht geregnet hat.
Mit der Wahl des richtigen Zeltplatzes lässt sich das Risiko zumindest reduzieren. Ein wenig Luftbewegung und gute Belüftungsmöglichkeiten am Zelt helfen dabei, die Feuchtigkeit nach draußen zu transportieren. Ganz vermeiden lässt sich Kondenswasser allerdings häufig nicht.
Generell spielt der Nässeschutz bei Herbsttouren eine größere Rolle. Besonders auf Mehrtagestouren empfiehlt es sich, Schlafsack, Wechselbekleidung und andere Dinge, die unbedingt trocken bleiben sollen, zusätzlich zu schützen.
Die Exped Drybag Ultra sind leicht, robust und schützen den Inhalt zuverlässig vor Nässe, solange sie richtig verschlossen sind. Alternativ könnt Ihr auch mit einem großen Packliner wie dem Six Moon Designs Pack Liner arbeiten und damit den gesamten Inhalt Eures Rucksacks schützen.
Beide Methoden haben ihre Vorteile. Einzelne Packsäcke sorgen für mehr Ordnung, während ein großer Packliner häufig leichter und unkomplizierter ist. Was Euch lieber ist, entscheidet Ihr am besten nach persönlicher Vorliebe.
Kleine Dinge mit großer Wirkung
Die Tage werden kürzer und die Dämmerung setzt immer früher ein. Das sollte nicht nur bei der Tourenplanung berücksichtigt werden, auch eine aufgeladene Stirnlampe gehört spätestens jetzt fest in den Rucksack.
Sobald die Sonne verschwindet, können die Temperaturen rasch fallen. Da sind eine leichte Mütze und ein dünnes Paar Handschuhe plötzlich Gold wert. Auch ein zusätzliches Paar trockene Socken kann am Abend für deutlich mehr Komfort sorgen.
Ein wahrer Augenöffner war für mich allerdings etwas ganz anderes: Tee!
Natürlich kann man in der Pause schnell den Kocher anwerfen und sich einen frischen Tee zubereiten. Aber eine gescheit große Thermoskanne, aus der man immer wieder einen warmen Schluck nehmen kann, ist ein echter Gamechanger!
Mit der Montbell Alpine Thermo Bottle gibt es sogar eine erstaunlich leichte Thermoskanne. Natürlich bringt sie zusätzliches Gewicht in den Rucksack, aber für ein jederzeit griffbereites Heißgetränk trägt man die paar Gramm doch gerne.
Fazit – ein paar Gramm mehr können den Unterschied machen!
Wir wollen alle gerne möglichst leicht unterwegs sein. Doch manchmal sind es gerade die kleinen Dinge, die aus einer Tour eine richtig tolle Tour machen. Ein Paar Handschuhe, trockene Ersatzsocken oder eben eine Thermoskanne mit heißem Tee.
Besonders bei wechselhaftem Herbstwetter sollten wir nicht an den falschen Ecken Gewicht sparen. Eine ausreichend warme Schlafunterlage, vernünftiger Wetterschutz und ein paar zusätzliche Reserven machen den Unterschied zwischen einer ungemütlichen Nacht und einem gelungenen Outdoor-Abenteuer.
Mit der richtigen Ausrüstung hält der Herbst noch viele wunderschöne Wandertage für uns bereit. Und das nicht nur hier bei uns im Karwendel!
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